Juristischer Gedankensalat

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Der Juristische Stil – Formalia, Tipps und Tricks

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Jeder Jurastudent lernt es im Ersten Semester: Das wichtigste überhaupt ist der Juristische Stil. Der ist nämlich schön und präzise. Das Schlagwort schlechthin: Gutachtenstil!
Wer das erste Mal vor einer Klausur oder Hausarbeit sitzt, dem fällt es schwer sich an die Vorgaben zu halten. Aber keine Sorge: Übung macht den Meister und irgendwann geht es ganz von allein.
Aber es muss eben geübt werden, eingeübt besser gesagt.

Aus meiner Erfahrung zunächst einige kleine Stiltipps:

  • KKKS = Kurze, klare, knackige Sätze. Schachtelsätze alá „Der A hat nicht erkennen lassen, dass das Auto das dort stand, nicht sein eigenes war, was hier aber nicht relevant ist.“ sind nicht nur für den Lesefluss stark bremsend. Der Hauptsatz hat die Hauptaussage, der Nebensatz die Nebenaussage. Auch ist zu verzichten auf den übermäßigen Gebrauch von „dass“ und „denn“.
  • Bei den Juristen gilt: Alles was Überflüssig ist, ist schlichtweg falsch. Mag sich zunächst komisch anhören, ist aber Tatsache. Warum?
    Zunächst verrät ein übermäßiger Wortschwall einfach nur Unsicherheit. Dann bedarf das Geschriebene keiner unnötigen Ausschmückung, Füllwörter wie „auch“, „wohl“ oder „freilich“ sind einfach überflüssig.
  • Immer – ohne Ausnahme – sind Wörter wie „ja“ und „gar“ ein Stilfehler.
  • Starke Wörter wie „zweifellos“ sind für den Korrektor ein Anzeichen für schwache Argumente. Sie sollten daher vermieden werden.
  • Zuviele Abkürzungen machen den Text zäh, sie sollten daher nicht übermäßig verwendet werden.
  • Fremdwörter sind eine Falle. Manche glauben, durch die häufige Verwendung von Fremdwörtern dem Gegenüber die eigene Bildung zu zeigen. Leider erzeugt gerade dieses Verhalten nicht den Eindruck guter Bildung. Der Jurist bedient sich nur dann eines Fremdwortes, wenn er es als Fachausdruck verwendet oder aber wenn ein passendes deutsches Wort fehlt. Als kleines Beispiel: Unterscheiden hört sich immer besser als Differenzieren. Zudem tritt der oder andere ins Fettnäppfchen beim Gebrauch vermeintlicher Fachwörter. Oftmals haben genau diese Fachwörter in der Juristerei eine ganze andere Bedeutung. Kleines Beispiel? Das Wort „zurechnen“ hat in der Juristerei eine ganz andere Bedeutung als im Alltagssprachgebrauch.
  • Ausrufezeichen sind als Kraftausdruck zu verstehen. Daher sollten genau diese in einer Juristischen Arbeit vermieden werden.
  • Genauso verhält es sich mit Anführungszeichen, sie dienen lediglich dazu Zitate zu kennzeichnen – nicht aber die eigenen Gedanken.
  • Ganz wichtig: Dieselbe Sache muss durchgehend mit demselben Ausdruck bezeichnet werden. Das führt zwar zu Wiederholungen, ist aber Formal korrekt.

Die Liste der Stiltipps lässt sich unendlich weiterführen. Dazu sind auch jede Menge Bücher erschienen

Literaturempfehlung:

Allein mit Sprache schreibt sich noch keine Klausur und eine Hausarbeit erst recht nicht. Das nächste Schlagwort was gerade im ersten Semester immer und immer wieder auf den Tisch kommt ist: Gutachtenstil.

  • Der Gutachtenstil beginnt mit der Begründung und endet mit der Lösung. Der Leser des Gutachtens soll Schritt für Schritt zur Lösung hingeführt werden. Als Beispiel sei genannt: A kann von B Schadensersatz verlangen, wenn ….
    Der Gutachtenstil wird innerhalb der Probleme eines Falles angewendet. Es wäre auch stilistisch nicht verträglich wenn eindeutige Sachverhalte durch den Gutachtenstil nochmals verdeutlicht werden. Daher kann bei völlig problemlosen und klaren Sachverhalten der Feststellungsstil genutzt werden.
  • Verteufelt ist dagegen der Urteilsstil. Er urteilt erst und begründet dann. Dementsprechend wird der Leser nicht zur Lösung hingeführt, sondern bekommt sie als erstes zu sehen. Das kann und soll nicht Sinn einer Klausur oder Hausarbeit sein.

Formalia einer Klausur

Aus meiner Erfahrung sind für die Klausur folgende Formalia zu beachten:

  • Benutzt wird liniertes Papier – ohne Ausnahme.
  • Am linken Rand ist ein Korrekturrand von 7 cm (kann sicher von Uni zu Uni unterschiedlich sein) zu lassen.
  • Die Blätter werden einseitig beschrieben.
  • Die Blätter sollten nummeriert werden.
  • Hässlichkeit verkauft sich nicht. Daher gilt: Auch Optisch sollte die Klausur „gut“ aussehen. Das fängt bei der Schrift an und hört bei der Strukturierung auf.
  • Die Klausur sollte am Ende der Bearbeitung unterschrieben werden.

Das ganze kann natürlich von Uni zu Uni abweichen, aber dem Grunde nach dürften die Vorgaben ähnlich sein.

Formalia einer Hausarbeit

Die Hausarbeit besteht zunächst aus fünf Teilen:

  • Das Deckblatt
  • Der Sachverhalt
  • Das Inhaltsverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Gutachten

Das Deckblatt enthält den Namen und die Anschrift des Erstellers, sowie Fachsemester und Matrikelnummer. Der Titel der Arbeit und der Lehrstuhl sowie Angabe des jeweiligen Semesters (Sommer-/Wintersemester) gehören natürlich auch dazu.

Der Sachverhalt ist entweder zu kopieren oder aber abzutippen. Ich musste ihn bisher immer selbst nochmal abtippen (kann von Uni zu Uni natürlich unterschiedlich sein). Vorteil beim abtippen ist allerdings: Man lernt den Sachverhalt schonmal kennen.

Das Inhaltsverzeichnis dient als erster Wegweiser durch das Gutachten. Es enthält alle Zwischenüberschriften und darf keine Fragen aufwerfen, sondern nur die juristischen Schritte aufzeigen. Als Gliederungszeichen können Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, kleine Doppelbuchstaben und so weiter dienen. Bitte nicht zu weit verzweigen, sonst winken die Verständnisprobleme.

Im Literaturverzeichnis findet sich in alphabetischer Reihenfolge die zitierfähige Literatur, wenn aus ihr zitiert wurde.
Unter zitierfähige Literatur fallen:

  • Lehrbücher
  • Aufsätze
  • Fest- und Streitschriften
  • Kommentare

Nicht zitierfähig sind:

  • Skripte

Gerichtsentscheidungen und Parlamentsdrucksachen finden sich nur in den Fußnoten, nicht aber im Literaturverzeichnis. Ausgenommen sind Urteilsanmerkungen.
In der Darstellung der Quellen sind folgende Angaben zu machen:
Namen des Verfassers (Vornamen nur bei Verwechslungsgefahr, akademische Grade werden nicht angebeben)
Vollständiger Titel des Werkes
Ab der zweiten Auflage die Auflagenanzahl,bei mehrbändigen Werken die Angabe des Bandes
Erscheinungsort und -jahr
In Klammern gesetzt jeweils die Angabe „Zitiert als:“

Wie die Hausarbeit gegliedert ist, also ob sich das Literaturverzeichnis nun am Anfang oder am Ende des Gutachten befindet, ist von Uni zu Uni unterschiedlich.

Im Gegensatz zur Klausur finden sich in der Hausarbeit Fußnoten. Diese sollten vorhanden sein, denn ohne sie geht es nicht. Einige Tipps zum Thema Fußnoten:

  • Nie blind zitieren!
  • Durch das gesamte Gutachten fortlaufende Nummerierung.
  • Die Fußnotennummer steht an der Stelle des Textes auf die sie bezogen ist.
  • Der Text der Fußnote beginnt mit einem Großbuchstaben und endet mit einem Punkt.
  • Autoren können in Kursiv hervorgehoben werden.
  • Rechtssprechung geht der Literatur immer vor!

Formatierungstipps zur Hausarbeit

Natürlich soll die Hausarbeit nicht nur inhaltlich, sondern auch äußerlich glänzen. Aufpolierungstipps:

  • Links 7cm Rand, sonst 2 cm.
  • Schrifttyp: Times New Roman
  • Schriftgröße:12, für Fußnoten Schriftgröße 10
  • Zeilenabstand: 1,5 zeilig
  • Gliederung: Deckblatt, Sachverhalt, Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis (außer dem Deckblatt sind die nachfolgenden mit römischen Ziffern zu nummerieren) und das Gutachten. (Gutachten wird mit arabischen Ziffern nummeriert).
  • Gutachten und Sachverhalt im Blocksatz erstellen.
  • Silbentrennung spart bis zu 2% Platz.
  • Seitenzahlen können entweder in der Fußzeile mittig oder rechts aufgeführt werden oder aber in der Kopfzeile rechts.

Zu guter Letzt: Man kann die Arbeit binden lassen, es gibt aber auch schöne Mäppchen. Überschreitung der angegebenen maximalen Seitenanzahl wird nicht gern gesehen. Und natürlich: Pünktlich abgeben nicht vergessen.

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10 Kommentare

  1. Die Tipps sind nicht schlecht, hier mal mein Fundus an Erfahrungen (nicht abschließend *g*)

    * Rechtschreibung: Es gibt nichts Peinlicheres als eine falsche Rechtschreibung für einen Juristen. Worte wie „Standart“, „Vorraussetzung“, „wiederlegen“ usw. lassen den Verfasser inkompetent wirken. Rechtschreibfehler sind eine Beleidigung für den kompetenten Leser und senken das Lesetempo. Zudem muss man bei Hausarbeiten sich fragen, ob der Verf. die Arbeit einfach nur hingeschludert hat in 2 Tagen und nicht mal eine Fehlerkorrektur machen wollte.

    * Sinnvolle Zeichensetzung erhöht das Lesetempo. Die Nutzung des Semikolons ist manchmal sinnvoller als Kurzsätze aneinander zu reihen.

    * Absätze erhöhen die Lesbarkeit enorm. Überschriften – auch in Klausuren – ebenfalls. Eine nicht übertriebene Gliederung kann selbst in Klausuren auch nicht schaden.

    * Viele Korrekturassistenten schauen zuerst ins Inhaltsverzeichnis, um den ersten Gesamteindruck von der Denkrichtung und Schwerpunktsetzung des Verf. zu überprüfen. Schwerpunkte finden und setzen. Einfache Dinge benötigen weniger Worte, Schwerpunkte oder schwierige Dinge erfordern größere Ausführungen. Das sollte sich in der Gliederung bemerkbar machen. Das ist sicherlich der schwierigste Teil einer juristischen Arbeit.

    * Schwafeln ist Papier- und Zeitverschwendung für den Leser. Füllwörter sind ebenfalls überflüssig. Die Kunst des Juristens liegt in dem Herausarbeiten des wichtigen Teils des Sachverhalts. Wer viel schwafelt, weiß entweder nicht, worauf es ankommt oder er will etwas vertuschen.

    * Wenn man Hausarbeiten schreibt, sollte man sich mit einem Thesaurus beschäftigen. Es ist sehr ermüdend, stets die selben Wörter, Satzanfänge und Satzkonstruktionen zu lesen. Dies gilt besonders für die Argumentation. Ständig nur „Eine Ansicht besagt, …“ zu lesen, ist langweilig.

    * Fachbegriffe sollte genannt werden, alleine schon um das schnellere Abhaken zu ermöglichen. Wer aber damit übertreibt, nervt den Leser damit.

    * Das „Einklammern“ wg. des Lehrbuchstils vermeiden; Fachausdrücke und deren Übersetzungen kann man auch innerhalb des Satzes „natürlich“ verwenden ohne Klammern. In jedem Fall sind ganze Sätze oder Ideen in Klammern dem Lesefluss hinderlich. Notfalls setzt man für tolle Ideen oder Erklärungen eine Fußnote, wenn sie nicht in den Textfluss passen.

    * Definitionen: Oft gibt es ja mehrere mögliche Definitionen fürs Subsumieren. Weniger komplizierte Definitionen sind meistens besser. Wenn man sich für eine entscheidet, dann bitte aber auch daran genau festhalten und nicht plötzlich andere Elemente aus anderen Definitionen einfügen.

    * Blindzitieren ist unschön. Manchmal mag es nötig erscheinen. Bedenkt aber: es gehen vielleicht 100 Hausarbeiten ein, davon liest ein Korrekturassistent vielleicht 30-50. Die Chance, dass ein Blindzitat entdeckt wird, ist verdammt hoch. Verpennt man dadurch eine relevante Gesetzesänderung oder zitiert man veraltete Wissen, zeigt man seine juristische Inkompetenz sehr deutlich.

    * Rechtsprechung zu würdigen ist oft nicht so einfach. Es sind konkrete Einzelfälle. Lehrbücher hingegen vermitteln meist abstraktes Wissen. Die richtige Würdigung zwischen Dogmatik und Einzelfallgerichtigkeit sollte daher nicht fehlen, wenn es sich ergibt. Zeugt von Verständnis.

    * Mindermeinungen mögen oftmals attraktiv sein; vielleicht entsprechen sie ja der angestrebten Lösung. Meist führen sie aber in Sackgassen. Sofern es nicht eine bedeutende Mindermeinung gibt, z.B. weil der BGH oder das OLG Hamm mal wieder totalen Murks geurteilt haben, nehmt die Autobahn und nicht die Landstraße. Der Sachverhalt ist fast nie auf Mindermeinungen aufgebaut. Hilfsgutachten sollten vermieden werden.

    * Den Begriff „herrschende Meinung“ vermeiden, auch wenn er stimmt. Gerade in den ersten Semester reagieren Korrekturassistenten sehr allergisch darauf. Der Student hat nunmal keine Ahnung, was herrschende Meinung ist. Nur weil das z.B. im Wessels/Beulke steht, muss das nicht herrschende Meinung sein. Zudem wird fast immer unterstellt, dass man mit der Erwähnung der hM die Argumentation verkürzen möchte, selbst wenn man dies gar nicht beabsichtigt hat. Daher lieber von der Rechtsprechung sprechen oder überwiegende Literatur

    * Wer den Bearbeitungshinweis nicht beachtet, ist selbst schuld. Das ist absolut tödlich.

    Der wichtigste Tipp: Wenn man auf eine schöne Lösung kommt, hinterfragt diese! Wieviele Jurastudenten waren schon von der eigenen Idee überzeugt und hatten dann das große Erwachen bei der Rückgabe.

    Lest den Sachverhalt stets mehrmals. Seid kritisch; Zweifel verdrängt man nicht, Zweifel widerlegt man.

    Macht Euch die Beziehungen der Personen klar. Überlegt Euch, was die Personen wirklich wollen. Seid kreativ und wirklichkeitsnah; versetzt Euch in die Lage derjenigen. Dann vermeidet Ihr wirklich dumme Verständnisfehler.

  2. Auf 20 bin ich nicht gekommen und kleinere Vertipper seien verziehen.

  3. Zum Rand links ein „Vorsicht“: manche Unis und Justizprüfungsämter (etwa LJPA NRW) wünschen einen Rand von einer halben Seitenbreite (ca. 10 cm) bei Klausuren.

  4. das mit dem Klausurunterschreiben finde ich albern – macht das sonst außer den Juristen noch irgendwer? ich hab auch schon oft Kl/HAs wo im bearbeitervermerk stand, man solle sie unterschreiben in der eile der letzten 5 minuten nicht unterschrieben – hat niemand gestört.

  5. Ergänzende Information zur Lektüre:
    Juristische Arbeiten erfolgreich schreiben von Holm Putzke!
    Mit Beispielarbeiten und Anleitungen zur Umsetzungen in Microsoft Word.

    Ich finde das Inhaltsverzeichnismuster „unschön“. Die Seitenzahlen sind nicht einheitlich auf einer Höhe. Man liest oft diesen Tipp, dass die leere Fläche zwischen Inhaltsbeschreibung und Seite mit Punkten zu füllen sei. Dieser Tipp mag sicherlich gut sein, doch sollte der Anwendende in der Lage sein dafür zu sorgen, dass trotz der Punkte die Seitenzahlen die gleiche Höhe haben. Alles andere sieht, trotz der Punkte, nicht gut aus. In meiner Hausarbeit habe ich auf die Punkte verzichtet.

    Viele Grüße!

  6. @Mausi
    Ich glaube nicht. Wobei bei uns an der Uni bei der Abgabe der Klausur nochmal nachgefragt wird ob die Unterschrift drunter ist. Wenn nicht, hat man ganz schnell einen Kuli unter der Nase 🙂

    @Pascal
    Ja, die Sache mit den Punkten …… ich habs mit Word probiert, haut nicht 100% hin. Meine Hausarbeiten erstelle ich mit Pages an einem Mac, da geht es fast wie von selbst.

  7. Bei meinen Hausarbeiten ging das immer mit Word. Man muss halt wissen, wie man richtig den Tabulator setzt und dass man Leerzeichen davor setzen kann, um einen gleichmäßigen Abstand hinzubekommen 😉

    Das mit der Unterschrift finde ich nicht schlimm. Ob ich nun „Ende der Bearbeitung“ hinschreibe oder selbst unterschreibe… Ein juristisches Gutachten muss nunmal deutlich machen, wann es fertig ist. Jeder Schriftsatz muss später ja auch unterschrieben werden und wenn man sich die Rechtsprechungen dann mal dazu anschaut, finde ich es schon erstaunlich, warum solche simplen Regelungen nicht eingehalten werden können.

    Die Unsitten anderer Fächer, etwa beim „Leeramt“ oder der Mediziner muss man nicht übernehmen. Ich bin zB ganz froh, dass wir so starre Fristen haben. Wirkt wunder gegen Aufschieberitis 😉

  8. Die Formalien sind natürlich mit starker Vorsicht zu genießen. Alleine bei den Rändern gibt es oft Unterschiede zwischen den einzelnen Lehrstühlen. Auch habe ich ne Menge Klausuren auf kariertem Papier abgegeben – was mir nie angekreidet wurde. Fußnoten sind in Kiel atm in Schriftgröße 12 zu schreiben (wer auch immer auf diese unsinnige Idee kam).

    Eine Sache stört mich an nahezu allen FAQs zum juristischen Stil Immer wieder wird das Wort „zweifellos“ als verboten, nogo o.ä. bezeichnet. Dummerweise kennt z.B. das BGB den Zweifel häufiger als TBM. Liegen nun keine Zweifel vor – weil es z.B. im SV vorgegeben ist – dann ist das Wort die kürzeste und präziste Form den entsprechenden TB abzulehnen. Es ist nur als Argumentationsverstärker unzulässig, nicht aber als Beschreibung.

  9. Pingback: examensrelevant.de | Tipps zum juristischen Stil

  10. Malte,

    du weißt doch selbst, dass Korrekturassistenten den Text nur überfliegen. Selbst wenn das Wort ausdrücklich im Tatbestand genannt ist, wird es beim ersten „Drüberlesen“ wohl eher als „Argumentationsverstärker“ gelesen werden.

    Die Frage ist dann, ob der Korrekturassistent dann noch einen zweiten Blick drüberwirft oder ob sich das am Ende zum GesamtEINDRUCK formt.

    Klar, das ist kein Fehler, aber man sollte bedenken, dass jur. Prüfungsarbeiten mind. 1/3 vom Eindruck abhängen. Gerade wenn man auch Zweistelliges schaffen will, sollte man solche Fehleindrücke nicht bewusst hervorrufen.

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