Juristischer Gedankensalat

Rund um das Studium der Rechtswissenschaften

Ghostwriter – Segen oder Fluch? 

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Ein jedes Semester ist es wieder so weit: Die Klausur- und Hausarbeitszeit zehrt an den Nerven. Manch einem gehen die Arbeiten leicht von der Hand, manch einem fällt es schwer ein Gutachten auf das Papier zu bringen. Dazu kommt der Druck möglichst alles gleichzeitig, mit Bestnoten zu bestehen.

Überhaupt ist dies ein großer Punkt während des Jurastudiums: Der Druck, die Noten, das Lernpensum. Auf den Fluren hält sich die Ansicht, nur Prädikatsnoten seien gut genug, hartnäckig. An den schwarzen Brettern finden sich Aushänge die Hilfe versprechen: Ghostwriter.

Ghostwriting – was ist das? 

Der Autor eines Textes oder einer Arbeit wird nicht genannt, er schreibt im Prinzip für und im Namen eines anderen. Der Ghostwriter bleibt also „geisterhaft“ und tritt nicht in Erscheinung. Im Prinzip fertigt er die komplette Arbeit, mit der Recherche, den Skizzen und der ausformulierten Version an und lässt den Auftraggeber als Autor auftreten.

Ghostwriter im Rechtswissenschaftlichen Bereich 

Selbstständige Ghostwriter und Agenturen gibt es einige auf dem Markt. Er ist riesig, was wohl auch an der Verzweiflung vieler Studenten liegen mag. Ein Ghostwriter im Rechtswissenschaftlichen Bereich fertigt die Hausarbeit für den Auftraggeber an, manche bieten sogar eine Notengarantie. So hat der Student eine Sorge weniger und Platz im Geldbeutel. Einige Agenturen bieten nicht nur das reine Ghostwriting an, sondern auch Services die weitergehen. So findet sich bei Business and Science* das Angebot die Hausarbeit im Rahmen eines Coachings als kommentierte Lösungsskizze erstellen zu lassen, das Ausformulieren ist dann die Aufgabe des Studenten. Aber auch die komplette Anfertigung einer Hausarbeit wird angeboten, genauso wie Seminararbeiten, Referate und nicht zu vergessen Bachelor- ,Master- und Doktorarbeiten.

Segen oder Fluch? 

Angesichts der immer weiter steigenden Ansprüche an den Jurastudenten, ist das Wachstum auf dem Ghostwritingmarkt keine Überraschung. Was so einfach klingt, birgt aber auch Risiken. So manch einer wurde schon „ertappt“ und musste sich der Schmach stellen. Abgesehen vom schalen Beigeschmack, ist es wohl oder übel eine Gewissensfrage: Gebe ich eine Arbeit ab, die ich selbst geschrieben habe oder schmücke ich mich „mit fremden Federn“?

Einerseits ist es verständlich, dass Studenten ausweichen und eine Arbeit anfertigen lassen. Gerade wenn das Fach bestanden werden muss oder die Zeit knapp ist. Andererseits fehlt an genau diesem Punkt die Übung: Das Examen muss immer noch selbst geschrieben werden, auch wenn es Geschichten über Ghostwriter gibt.

Wie sind eure Erfahrungen mit Ghostwritern? Segen oder Fluch?

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2 Kommentare

  1. Zitat im Artikel: „So manch einer wurde schon ertappt“. Hmmm, ich denke, viel häufiger werden Studenten ertappt, die irgendwo abgeschrieben haben, ohne die Quellen kenntlich zu machen (Stichwort Plagiat). In Jura stellt sich das Problem zwar etwas weniger dringlich (da das Examen ja wirklich selbst verfasst werden muss), aber in der Konsequenz dasselbe.

  2. Ich habe in meinem Studium (schon ein paar Jahre her 🙂 ) mal die Hilfe eines Ghostwriters für eine Seminararbeit in Anspruch genommen.
    Da ich damals noch nicht viel von Aufbau und Struktur einer solchen Arbeit wusste, war ich unheimlich dankbar für diese Unterstützung.
    Ich kann also nur positives über meine Erfahrungen mit Ghostwritern berichten 🙂

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