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Umfrage: Was will der Arbeitgeber in der Bewerbung sehen? – Auswertung

| 4 Kommentare

Zunächst: Vielen Dank für die rege Teilnahme an meiner Umfrage „Was will der Arbeitgeber in einer Bewerbung wirklich sehen?“

Mein Fazit: Die Note ist bei weitem nicht so wichtig wie der Bewerbung es denkt, auch der Schwerpunkt ist nicht so gewichtig wie angenommen. Ansonsten ist die klassische Bewerbung mit einem professionellen Foto nach wie vor beliebt.

Die Stellensuche online ist für Bewerber ganz normal, die Printmedien liegen erstaunlich weit hinten.

 

Die Bewerbung – klassisch und weiß 

Innerhalb der Fragen zum Aussehen und Inhalt der Bewerbung ergaben sich viele Übereinstimmungen.

  • So wollen 50% der befragten potentiellen Arbeitgeber eine klassische Bewerbung sehen, 47 % der befragten Bewerber sehen dies genauso.
  • Das weisse Papier ist mit 39% bei den Arbeitgebern und 45% bei den Bewerbern nach wie vor ein Muss.
  • Lediglich 3% der Arbeitgeber erwarten eine kreative Bewerbung, 7% der Bewerber würden diese auch abschicken.
  • Der altbekannte Satz „Hiermit bewerbe ich mich … „ ist nur bei 9% der Arbeitgeber erwünscht, 13% der Bewerber schreiben ihn rein.
  • 35 % der Arbeitgeber wünschen sich die Begründung warum der Bewerber sich für Ihre Kanzlei/Ihr Unternehmen entschieden hat, 38% der Bewerber liefern diese gleich mit.
  • 25% der Arbeitgeber würden lesen gerne welche Berufserfahrung der Bewerber mitbringt, 32% der Bewerber schreiben eine kurze Zusammenfassung mit ins Anschreiben.
  • Ebenso freut es den Arbeitgeber vom Bewerber eine Vorstellung bezüglich der Tätigkeit in Kanzlei/Unternehmen zu bekommen (16%) und die Vorstellungen bezüglich des Gehalts und der Arbeitszeit sind auch erwünscht (13%). 13% der Bewerber  teilen zwar ihre Vorstellung bezüglich der Tätigkeit gerne mit, bei der Frage des Gehalts und der Arbeitszeit finden nur 2% die passenden Worte.

Der Lebenslauf – kurz und knackig

Zeit CV Bewerberstatistik Zeit CV AG Statistik

  • 57% der Arbeitgeber erwarten einen tabellarischen, kurzgefasssten Lebenslauf, 61 % der Bewerber erfüllen diese Erwartung.
  • Keiner der Befragten will einen ausformulierten, handgeschriebenen Lebenslauf sehen, auch mehrseitige Lebensläufe sind eher unbeliebt (9% der Arbeitgeber erwarten diesen, 11% der Bewerber schicken ihn mit).
  • 35% der Arbeitgeber wollen den Zeitraum von der weiterführende Schule bis heute im Lebenslauf sehen, 26% der Bewerber handhaben dies so.
  • Ebenfalls 35% der Arbeitgeber erwarten nur den Zeitraum vom Abitur bis heute, dies trifft bei 34% der Bewerber den Nerv der Zeit.
  • Von der Grundschule bis heute ist nur bei 22 % der Arbeitgeber gefragt, 37% der Bewerber bevorzugen diesen Zeitraum.
  • Die letzten sieben Jahre wollen nur 9% der Arbeitgeber sehen und 3% der Bewerber bevorzugen diesen Zeitraum.

 

Die Zeugnisse – Großes gerne, kleines nicht 

  •  19% der Arbeitgeber wollen das Abiturzeugnis dabei haben, 17% der Bewerber schicken es mit. 
  •  Die Kleinen und Großen Scheine sind mit 3% und 6% für die Arbeitgeber kein Muss, 4% und 6% der Bewerber schicken sie mit.
  • 15% der Arbeitgeber würden gerne das Schwerpunktbereichsprüfungszeugnis sehen,16% der Bewerber schicken es mit.
  • Das Zeugnis des 1. Staatsexamens erwarten 29% der Arbeitgeber, 24% der Bewerber sehen es auch so.
  • Seminarscheine sind nicht zwingend, lediglich 4% der Arbeitgeber wollen diese sehen und 6% der Bewerber legen sie bei.
  • 10% der Arbeitgeber wollen Sprachscheine sehen, 14% der Bewerber schicken diese mit.
  • 9% der Bewerber würden ein Motivationsschreiben beilegen, 6% der Arbeitgeber wollen dieses tatsächlich sehen.
  • Abzeichen/Urkunden aus Wettbewerben sind unwichtig, 4% der Arbeitgeber interessieren sich für diese und 2% der Bewerber würden sie mitschicken.

 

Digital oder per Post?

  • Spitzenreiter ist die E-Mail: 37% der Arbeitgeber hätten die Bewerbung gerne als E-Mail mit PDF Anhängen, 31 % der Bewerber bevorzugen diese Variante ebenso. 
  • Die Bewerbungsmappe per Post ist bei 34% der Arbeitgeber gerne gesehen, 33% der Bewerber nutzen den klassischen Weg.
  • 14% der Arbeitgeber nehmen die Bewerbung auch gern persönlich entgegen, 16% der Bewerber würden sie persönlich überbringen.
  • Die Nachricht in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing oder Linkedin mögen nur 3% der Arbeitgeber und 1% der Bewerber.

Das Bewerbungsfoto – Eintrittskarte oder Ausschlussgrund? 

  • Das professionelle Bewerbungsfoto vom Fotografen sehen 52% der Arbeitgeber gern, 66% der Bewerber legen ein solches bei. 
  • Das Portrait  reicht 33% der Arbeitgeber aus, 30% der Bewerber lassen ein solches für sich sprechen.
  • 4% der Arbeitgeber hätten gern ein Ganzkörperbild, kein Bewerber möchte dies mitschicken.
  • Das gestellte Bild in einer beruflichen Situation gefällt 4% der Arbeitgeber, 1% der Bewerber würden ein solches auch tatsächlich mitschicken.
  • Selbstgeschossene Bilder will kein Arbeitgeber sehen, 1% der Bewerber würde dies aber beilegen wollen.

Der Look im Vorstellungsgespräch – Business oder Casual?

78% der Arbeitgeber erwarten einen Anzug/Kostüm im Vorstellungsgespräch, 80% der Bewerber bevorzugen eben diesen Look.

Absage – Grund zur Nachfrage?

62% der Bewerber fragen bei einer Absage nicht nach dem Grund.

Gründe den Bewerber abzulehnen gibt es einige (Antworten der Arbeitgeber):

  • zu wenig Informationen über Bewerber
  • Bewerber passt nicht in das Anforderungsprofil 
  • schlechte Noten
  • sprachliche Katastrophen
  • zu wenig Individualisierung 
  • Mangelnde Qualifikation
  • Unsorgfältige Bewerbungsmappe 
  • passt nicht ins Team
  •  unrealisitische Selbsteinschätzung
  •  mehr als 1 Jahr ausserhalb der eigentlichen Tätigkeit gearbeitet
  • Alter (muss mind. noch 5 Jahre arbeitsfähig sein)

Die Note – wie wichtig ist sie denn nun? 

  • Nur für 4% der Arbeitgeber ist die Note sehr wichtig, während 31% der Bewerber glauben für die Arbeitgeber sei sie sehr wichtig.
  •  52 % der Bewerber glauben der Arbeitgeber halte die Note für wichtig, es gehe aber auch ohne Prädikat,35% der Arbeitgeber halten es genauso.
  • 31% der Arbeitgeber ist die Note nicht so wichtig, lediglich 3% der Bewerber glauben das.
  • 27% der Arbeitgeber setzen eher auf die tatsächliche Leistung des Bewerbers, nur 11% der Bewerber glauben der Arbeitgeber setze auf sie.

Noten Bewerber  Noten AG

Prädikat – ein must have? 

Die Examensnote ist für 58% der Arbeitgeber wichtig, es geht aber auch ohne Prädikat. Nur 4% finden die Note sehr wichtig und 29% der Arbeitgeber setzen auf die tatsächliche Leistung (z.B. bei einem Probearbeitstag).

Der Schwerpunkt – die Wahl für das Leben? 

62% der Arbeitgeber halten den Schwerpunkt zwar für wichtig, aber nicht für entscheidend. 24% der Arbeitgeber finden den Schwerpunkt wichtig und er muss zur Kanzlei passen.

61% der Bewerber bewerben sich nach ihrem Schwerpunkt, 35% lassen ihn bei der Wahl der potentiellen Arbeitgeber aussen vor.

Stellensuche online ist in 

22% der Bewerber suchen auf Kanzleiwebseiten nach offenen Stellen, 20% in den Stellenanzeigen der Onlinemedien, 16% fragen Google per Schlagwort um Rat.

Printmedien sind nur für 14% der Bewerber interessant und das Branchenbuch nehmen 6% zur Hand.

Interessant: 16% der Bewerbungen nutzen das berühmte Vitamin-B (Empfehlungen ect.) um sich zu bewerben.

Money.Money, Money 

Für 47% der Bewerber ist die Bezahlung wichtig, sie haben genaue Vorstellungen.

Nur 9% finden die Bezahlung sehr wichtig.

18% arbeiten unter 10 €/Std. nicht und 23% ist es egal, sie wollen die Erfahrung.

 

 

 

 

4 Kommentare

  1. Super interessante Umfrage wie ich finde. Darf man Fragen, wie viele Teilnehmer die Umfrage hatte? Das die Mehrheit der Arbeitgeber gerne einen tabellarischen Lebenslauf sehen würden hatte ich erwartet, dass jedoch lediglich 3% eine kreative Bewerbung erwarten hätte ich nicht gedacht. Wobei natürlich auch immer die Frage ist, ab wann eine Bewerbung wirklich als kreativ gilt 🙂

  2. Hallo Christopher!
    Insgesamt hatte die Umfrage 489 Teilnehmer. Ich hatte ebenfalls einen tabellarischen Lebenslauf erwartet – ist einfach übersichtlicher.
    Die Frage der kreativen Bewerbung ist reine Geschmackssache, wie ich finde. Natürlich ist dieses bei Bewerbungen im juristischen Bereich anders auszulegen als im künstlerischen Bereich.

  3. wie es aussieht wird der Handgeschriebener Lebenslauf von den Arbeitgeber gar nicht mehr verlangt. Nur ich musste den letzlich schreiben… das war gar nicht leicht 😉

    Mit „Nachricht in sozialen Netzwerken“, so wollen zur Zeit nur wenige sich bewerben… es wird sicherlich in den nächsten Jahren steigen… und in Zukunft werden wir uns alle via Facebook bewerben… eine positive Antwort konnte dann durch „gefällt mir“ geäußert werden 😀

    Gruß

  4. Das wäre doch mal eine Idee 🙂

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