Juristischer Gedankensalat

Rund um das Studium der Rechtswissenschaften

Willkommen im §§-Dschungel! – Teil 3 – Basics für Jura-Erstsemester

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Du möchtest Jura studieren und weisst noch nicht so recht was auf Dich zukommt? Du hast die Zulassung und willst jetzt durchstarten? In der “Willkommen im §§-Dschungel” versuche ich Antworten auf die häufigsten Fragen zu geben.
Im 1. Teil drehte sich alles um Basics. Von der Lernzeit, über den Vorlesungsplan hin zur Freizeit.

Im 2. Teil gibt es Literaturtipps für die Zeit vor dem Vorlesungsbeginn, eine Erklärung des Notensystems und die Erklärung der Zeitangaben “c.t.” und “s.t.”, sowie einige kleine Tipps für die ersten Tage.

Im 3. Teil geht es um Grundsatzfragen: Welche Gesetze in den ersten Semestern? Skript oder Lehrbuch? Soll ich Karteikarten nutzen?  Ich kann zwar keine generell gültige Antwort geben, aber zumindest Tipps&Tricks geben. Was ihr bevorzugt, was euch eher liegt und vor allem: Was euch wirklich etwas bringt, müsst ihr selbst herausfinden.

Die Kardinalfrage: Schönfelder und Sartorius schon im ersten Semester?  

Ganz klare Antwort: Nein!

Warum?

  1. Am Anfang des Studiums gilt es noch die Technik des Paragraphenlesens zu lernen. Das erfordert häufig Markierungen im Gesetz und kleinere Notizen am Rand. Um nicht gleich den teuer gekauften Schönfelder zu versauen, solltet ihr auf die Beck-Texte ausweichen. Außerdem sind die Seiten im Schönfelder und Sartorius dünn. Wenn ihr da mit einem Marker drauf geht, markiert ihr auch die nachfolgenden 10 Seiten – damit ist der Effekt des Markierens weg. Haftnotizen haben die Angewohnheit zu kleben, im Schönfelder gerne auch mal bombenfest. Für die Klausur müssten dann die geklebten Seiten ggf. ausgetauscht werden.
  2. Es ist unsinnig 100 Gesetze mitzuschleppen von denen ihr im ersten Semester gerade mal 3 oder 4 braucht.
  3. Ein Schönfelder wiegt stolze 2,5 kg, der Sartorius auch. Sind 5 kg die ihr dann zur Uni schleppt, von denen ihr vielleicht 1 kg braucht.
  4. Ihr wisst doch garnicht ob ihr weitermacht. Klingt jetzt hart: Aber gebt lieber 5 € aus und kritzelt bis euch jemand als grandiosen Künstler entdeckt in eurem Gesetz rum, als 35 € auszugeben und dann festzustellen: Das ist garnichts für mich.

Bis zur großen Übung reichen die Beck-Texte vollkommen aus. Danach ist die Anschaffung eines Schönfelders und/oder Sartorius sinnvoll. Die Beck-Texte haben alle Gesetze drin, die ihr bis zum Ende der großen Übungen braucht. Arbeitet ihr tatsächlich mal mit Gesetzen die nicht in den Beck-Texten enthalten sind werden für gewöhnlich die entsprechenden Normen verteilt.

Lehrbuch oder Skript? 

Lehrbücher sind vertiefend und gehen stark ans Eingemachte. Sie setzen voraus, dass ihr den Stoff noch lernen müsst. Deshalb zum Einstieg: Lieber ein Lehrbuch was euch haarklein alles nahebringt. Die Suche nach dem für euch passenden Lehrbuch ist mit Aufwand verbunden. Nicht jedes Lehrbuch ist gleich „gut“ oder gleich „schlecht“ für euch. Es kommt tatsächlich auf den eigenen Geschmack an, darauf wie der Autor den Leser anspricht, wie die Beispiele aufgebaut sind und so vieles mehr. Der beste Weg hin zum Lehrbuch was den eigenen Bedürfnissen gerecht wird: Ein paar Stunden in der Bibliothek! Ich habe die für mich passenden Lehrbücher so gefunden: In der BiB eine kleine Auswahl an verfügbaren Lehrbüchern raussuchen. Diese ausleihen und sich mit Ihnen auseinandersetzen. Das wird für jedes Rechtsgebiet wiederholt, solange bis das passende dabei war. Dieses habe ich dann gekauft.

Skripte setzen Vorwissen voraus. Sie dienen der Wiederholung und dem Auffrischen von Wissen. Ausnahme bilden sog. Grundlagenwissen Skripte, diese sind extrem komprimiert, können aber den Einstieg in ein Rechtsgebiet erleichtern. Wer den Einstieg geschafft hat, steigt auf ein Lehrbuch um. Aber auch hier gilt: Nicht jedes Skript liegt dem Leser gleich gut. Bevor eines gekauft wird, sollte auch hier eine Vorauswahl in der BiB angeschaut werden.

Als kleine Empfehlung um in der Bibliothek mal einen Blick reinzuwerfen hier eine (nicht abschließende Empfehlung) an Lehrbüchern und Skripten:

BGB AT 

Lehrbücher

  • Brox/Walker – Allgemeiner Teil des BGB – Vorlesungsorientierter Aufbau, Übungsfälle, Beispiele und Zusammenfassungen
  • Köhler – BGB Allgemeiner Teil: Ein Studienbuch – Vorlesungsorientierter Aufbau, kleinere Übungsfälle, Beispiele und Zusammenfassungen
  • Wertenbruch – BGB Allgemeiner Teil – Übungsfälle, Musterklausur, Klassikerfälle, Beispiele, Zusammenfassungen, Darstellung von Streitfragen

Skripte

  • Alpmann Schmidt – BGB AT 1 – Teil 1 mit Schwerpunkt auf Rechtsgeschäftslehre (Willenserklärung, Vertrag u.s.w.) -Rezension hier: Rezension Alpmann Schmidt Skript BGB AT 1 
  • Alpmann Schmidt – BGB AT 2 – Teil 2. Wer schon mit Alpmann Schmidt arbeitet, wird dieses hier auch nutzen wollen 🙂
  • Hemmer – Grundwissen BGB AT – Das Grundwissen komprimiert und insbesondere vor der Klausur empfehlenswert

Fallbücher / Klausurbücher 

Strafrecht AT 

Lehrbücher

Skripte

Fallbücher / Klausurbücher 

Staatsorganisation 

Lehrbücher

Skripte

Fallbücher / Klausurbücher 

 Grundrechte 

Lehrbücher

Skripte

Fallbücher / Klausurbücher 

Karteikarten, ja, nein oder vielleicht? 

Der eine mag es, der andere nicht. Grundsätzlich sind Karteikarten praktisch um sich die wichtigsten Dinge zu merken und sie „zur Hand“ zu haben.

Wenn ihr mit Karteikarten lernen könnt, stellt sich die Frage: Selbstgemacht oder gekauft?

Reine Geschmackssache. Bei den selbstgeschriebenen ist der Vorteil: Ihr entscheidet was ihr lernen müsst und was nicht. Optisch können die Karten ganz an den eigenen Geschmack angepasst werden.

Bei den Vorgedruckten ist der Vorteil: alles was an Wissen wichtig ist, ist auf den Karten drauf.

Vorgefertigte Karteikarten gibt es einige auf dem Markt. Ich kann die Karteikarten von Alpmann Schmidt empfehlen. Dazu gibt es auch ein Video: Rezension Karteikarten von Alpmann Schmidt

 

Ein Kommentar

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